Für die Therapie beim Schielen oder das Klettern: Die Prismenbrille

Bei einer Prismenbrille setzen Optiker Gläser ein, die das einfallende Licht umlenken. Diese Wirkung erzielen sie, indem sie die Brillengläser schleifen. Alternativ ist das Aufkleben einer Prismenfolie möglich, diese Variante hat in der Praxis aber kaum Bedeutung.

Prismenbrillen für therapeutische Zwecke

Eine Prismenbrille leistet vor allem bei einem latenten Schielen wertvolle Dienste. Latentes Schielen bedeutet im Gegensatz zu manifestem Schielen, dass andere die Fehlstellung der Augen nicht erkennen. Dennoch kann latentes Schielen negative Folgen zeitigen: Die Augenmuskeln korrigieren diese fehlerhafte Stellung, das führt häufig zur Ermüdung der betroffenen Augen, zu Augenschmerzen und zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit. Auch Kopfschmerzen können daraus resultieren. Die prismatisch geschliffenen Brillengläser schaffen Abhilfe. Bei manifestem Schielen stoßen diese Brillen jedoch an ihre Grenzen. In diesem Fall empfiehlt sich ein operativer Eingriff.

Die Prismenbrille bei Bergsteigern

Eine andere Funktion erfüllt die Prismenbrille bei dem Klettern: Sie dient als Sicherungsbrille. Ohne Brille müssen Bergsteiger ständig aus Sicherungsgründen nach oben zu ihrem Vorsteiger sehen, das kann erhebliche Nackenschmerzen verursachen und die Konzentration einschränken. Dank der Prismenbrille verfolgen Kletterer bei gerade gehaltenem Kopf, was über ihnen geschieht. Entsprechend stark ist die Brechung des Lichteinfalls. Das hat zudem den Vorteil, dass sie nah an der Wand bleiben können. Es reduziert das Absturzrisiko.

Bild: Bigstockphoto.com / UnionStep

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