Reisevorbereitung für Menschen mit Diabetes

Besprechen Sie Ihre Behandlung, das Reiseziel und den Tagesablauf rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. So können Sie Medikamente, Messgeräte und Mahlzeiten für unterwegs planen. Zeitverschiebung, Hitze, mehr Bewegung und andere Essenszeiten wirken sich auf den Blutzucker aus.

Planen Sie genug Zeit für Impfungen, Bescheinigungen und die Suche nach medizinischer Hilfe am Zielort ein. Die Checkliste am Ende fasst die wichtigsten Vorbereitungen zusammen.

Arzttermin rechtzeitig vereinbaren

Sprechen Sie Ihre Reise mit der behandelnden Praxis oder dem Diabetes-Team durch. Nennen Sie Ziel und Dauer, Reiseroute, Zeitverschiebung sowie geplante Aktivitäten. So klären Sie, ob Sie einen persönlichen Therapie- oder Notfallplan brauchen. Ändern Sie Insulinzeiten oder Dosierungen nicht nach einer allgemeinen Faustregel, sondern vereinbaren Sie einen Plan für Ihre Behandlung.

Bei einer Fernreise ist zusätzlich eine reisemedizinische Beratung sinnvoll. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, sie möglichst vier bis acht Wochen vor der Abreise einzuplanen. Auch ein späterer Termin kann noch helfen. Klären Sie dabei, welche medizinische Versorgung es am Zielort gibt und ob Sie dort nötige Medikamente, Sensoren oder Pumpenzubehör bekommen.

Prüfen Sie auch Ihre Reiseversicherung. Fragen Sie nach, ob sie Behandlungen wegen einer bestehenden Erkrankung und diabetesbedingte Komplikationen abdeckt. Klären Sie gesondert, ob ein Rücktransport versichert ist.

Impfungen prüfen lassen

Welche Impfungen sinnvoll sind, hängt vom Reiseziel, der Route, der Reisezeit und Ihrer persönlichen Gesundheit ab. Lassen Sie Ihren Impfpass in der Praxis oder einer reisemedizinischen Beratungsstelle prüfen. Dort können Sie auch klären, ob für das Reiseziel zusätzliche Impfungen empfohlen werden. Eine einheitliche Impfliste für alle Menschen mit Diabetes gibt es nicht.

Prüfen Sie die Empfehlungen für Ihr Zielland kurz vor der Reise erneut, denn sie richten sich auch nach der aktuellen Infektionslage. Nehmen Sie den Impfpass mit und lassen Sie nötige Impfungen möglichst früh planen, damit ausreichend Zeit für die empfohlenen Impfabstände bleibt.

Medikamente und Geräte einpacken

Nehmen Sie alle verordneten Medikamente und die nötigen Hilfsmittel mit. Dazu gehören je nach Behandlung etwa Insulin oder andere Medikamente, Messgerät und Teststreifen, Sensoren, Pumpenzubehör, Nadeln und Lanzetten. Denken Sie auch an Ladegerät oder Ersatzbatterien sowie an das Material, das Sie für die Versorgung einer Unterzuckerung benötigen.

Legen Sie mit Ihrer behandelnden Praxis fest, welche Reserve Sie brauchen. Wie viel Reserve Sie brauchen, hängt von Ihrer Reise ab. Eine feste Menge passt nicht für alle. Berücksichtigen Sie mögliche Verspätungen, einen längeren Aufenthalt und den Verlust von Gepäck. Transportieren Sie Medikamente und Diabetesbedarf im Handgepäck, damit sie bei verspätetem oder verlorenem Aufgabegepäck verfügbar bleiben. Schützen Sie temperaturempfindliche Medikamente vor Hitze, Sonne und direktem Kontakt mit Eis. Halten Sie sich an die Lagerungshinweise für das jeweilige Medikament.

Für Flugreisen und Grenzkontrollen sollten Sie eine ärztliche Bescheinigung über Ihre Erkrankung sowie die benötigten Medikamente und Geräte dabeihaben. Nehmen Sie außerdem den Medikamentenplan und, wenn möglich, die Originalpackungen mit. Eine Bescheinigung ersetzt keine Einfuhrerlaubnis: Prüfen Sie die Vorschriften des Ziellandes sowie die Vorgaben der Fluggesellschaft und der Sicherheitskontrolle. Wenn Sie eine Insulinpumpe oder einen Glukosesensor tragen, lesen Sie vorab die Hinweise des Herstellers zu Röntgengeräten und Körperscannern. Die Regeln unterscheiden sich je nach Gerät.

Ausweis und Unterlagen mitnehmen

Packen Sie einen Diabetes-Notfallausweis oder einen Diabetes-Pass ein, möglichst in einer Sprache, die am Reiseziel verstanden wird. Darin stehen wichtige Angaben zu Ihrer Erkrankung und Behandlung, die bei einem Notfall helfen. Der Ausweis ist etwas anderes als Ihre Krankenversicherungskarte: Nehmen Sie beide mit.

Sinnvoll sind außerdem eine ärztliche Bescheinigung, der aktuelle Medikamenten- und Therapieplan, Rezepte, der Impfpass und der Versicherungsnachweis. Bewahren Sie wichtige Unterlagen so auf, dass Sie auch dann darauf zugreifen können, wenn Ihr Mobiltelefon ausfällt. Eine Papierkopie im Gepäck ist dafür eine einfache Ergänzung.

Notfallkontakte vorbereiten

Suchen Sie vor der Abreise eine geeignete Klinik oder ein Krankenhaus in der Nähe Ihrer Unterkunft heraus. Notieren Sie Adresse und Telefonnummer zusammen mit den Kontaktdaten Ihrer behandelnden Praxis. Für Reisen ins Ausland gehören auch die Kontaktdaten der deutschen Botschaft oder des zuständigen Konsulats auf die Liste. Speichern Sie die Angaben im Mobiltelefon und nehmen Sie eine Kopie mit, die Sie ohne Internetverbindung aufrufen können, oder drucken Sie sie aus.

Informieren Sie Mitreisende darüber, wo Sie Medikamente, Traubenzucker oder Ihr Notfallset aufbewahren. Erklären Sie, woran sie eine Unterzuckerung erkennen und wie sie nach Ihrem persönlichen Notfallplan helfen sollen. Wenn Sie Glukagon mitnehmen, zeigen Sie Ihrer Begleitung, wo es liegt und wie es angewendet wird.

Essen und Trinken unterwegs planen

Ungewohnte Gerichte, andere Portionsgrößen und verschobene Essenszeiten beeinflussen die Glukosewerte. Informieren Sie sich vorab über die Essgewohnheiten am Ziel und besprechen Sie mit Ihrer behandelnden Praxis, wie Sie mit veränderten Mahlzeiten umgehen. Halten Sie sich bei Dosisanpassungen an den persönlichen Therapieplan und kontrollieren Sie Ihre Werte so, wie es für Ihre Behandlung vorgesehen ist.

Sie müssen die lokale Küche nicht grundsätzlich meiden. Probieren Sie neue Speisen zunächst in überschaubaren Portionen und beobachten Sie, wie Ihr Körper darauf reagiert. Packen Sie für Verspätungen oder längere Wege passende Snacks ein, darunter schnell wirksame Glukose für eine Unterzuckerung. Je nach Bedarf eignen sich auch Zwischenmahlzeiten wie ein belegtes Brot, Nüsse oder Gemüsesticks.

Bei Hitze sollten Sie ausreichend trinken. Achten Sie außerdem auf sauberes Trinkwasser und die örtlichen Hinweise zur Lebensmittelhygiene. Der passende Speiseplan und die Kohlenhydratmenge für eine bestimmte Küche richten sich nach Ihrer Behandlung und den Mahlzeiten. Auch die Reisebedingungen spielen eine Rolle, sodass beides von Person zu Person variiert.

Checkliste vor der Abreise

Gehen Sie die Liste vor der Abreise noch einmal durch. Nicht jeder Punkt ist für jede Reise gleich relevant; stimmen Sie offene Fragen und individuelle Anforderungen mit Ihrer behandelnden Praxis ab.

  • Arzttermin vereinbaren und Zeitverschiebung, Bewegung sowie geplante Aktivitäten besprechen.
  • Impfstatus und Empfehlungen für das Reiseziel prüfen lassen.
  • Medikamente, Geräte und eine individuell festgelegte Reserve einpacken.
  • Ärztliche Bescheinigung, Diabetes-Notfallausweis und weitere Unterlagen mitnehmen.
  • Einfuhrbestimmungen, Fluggesellschaftsregeln und Gerätehinweise prüfen.
  • Klinik, behandelnde Praxis und weitere Notfallkontakte notieren.
  • Mitreisende über Notfallmittel und den vereinbarten Notfallplan informieren.
  • Snacks für Verzögerungen und längere Wege einpacken.
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